Hamlet – ein lyrisches Politikum?

Hamlet in deutschsprachigen Gedichten vom 18. Jahrhundert bis heute


1. Auflage, 2008
319 Seiten

ISBN: 978-3-8253-5455-8
Sortiment: Buch
Ausgabe: Gebunden
Fachgebiet: Germanistik
Reihe: Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Band: 253
lieferbar: 17.06.2008

Schlagwörter: Shakespeare, William, Lyrik, Hamlet, Deutsch, Geschichte 1700-1988, Politik, Zeithintergrund, Hamletdeutung, Dichtung, Rezeptionsgeschichte


Am Anfang steht die Entdeckung einer erstaunlich kontinuierlichen Präsenz und dauerhaften zeitgeschichtlichen Brisanz des Shakespeareschen Dramenhelden Hamlet in der deutschsprachigen Lyrik seit dem 18. Jahrhundert. Der Untersuchung der bislang größtenteils unbekannten „Hamlet“-Gedichte liegt die Frage zugrunde, ob und wieweit geschichtliche Wirklichkeiten, insbesondere politische Konstellationen, die lyrische Hamletdeutung beeinflußt haben. Von besonderem Interesse ist zum einen die vom 19. ins 20. Jahrhundert reichende Kontinuität des kritischen „Deutschland ist Hamlet“-Motivs, das im Zusammenhang mit despotischen bzw. totalitären Machtstrukturen Anwendung findet, zum anderen die Weiterentwicklung des Motivs zum selbstreflexiv-tatgehemmten Hamlet-Intellektuellen, der im Osten mit der kommunistischen Revolution, im Westen mit der 68er-Protestbewegung in Verbindung gebracht wird.

""
Christiane Dahms in: Germanistik, Bd. 50 (2009), Heft 1-2, 166f [1129]