Bildungspolitik braucht freie Autoren und eine vielfältige Verlagslandschaft

13.02.2017, Alter: 157 Tag(e)

Die Bundesregierung will noch in dieser Legislaturperiode das Urheberrecht in den Bereichen Bildung und Wissenschaft weiter einschränken. Der neue Referentenentwurf für die sogenannte Bildungs- und Wissenschaftsschranke sieht vor, daß Verlagspublikationen für Unterricht und Wissenschaft lizenz- und zum Teil auch vergütungsfrei von Hochschulen, Bibliotheken und anderen Bildungseinrichtungen genutzt werden können. Die Folge wäre, daß Leistungen von Autorinnen und Autoren und ihren Verlagen entwertet und Investitionen für Lehrbücher unkalkulierbar würden. Das gilt nicht nur für Veröffentlichungen von Fach- und Wissenschaftsverlagen, alle an Schulen und Hochschulen verwendeten Werke sind betroffen. Dazu kommt die neue Open-Access-Verpflichtung des Bundesbildungsministeriums sowie der Ruf der Bibliotheken nach immer mehr Befugnissen bei Vervielfältigung und Ausleihe von Büchern und anderen Medien. Es geht um den Kern freier publizistischer Arbeit.

Wir halten es in dieser Situation für wichtig, eine breite Öffentlichkeit mit den absehbar fatalen Folgen der geplanten Reform für Bildung und Wissenschaft zu konfrontieren, und bitten Sie um Ihre Unterstützung für eine Initiative, die mit einem Appell an die politisch Verantwortlichen dazu aufruft, die Wissenschaftsfreiheit der Autoren und das geistige Eigentum zu respektieren und zu schützen. Die Debatte über eine Weiterentwicklung des Urheberrechts muss künftig gemeinsam mit den Betroffenen diskutiert werden und nicht gegen sie. Ein entsprechender Appell wurde unter www.publikationsfreiheit.de online gestellt. Dort finden Sie nähere Erläuterungen sowie Daten und Fakten zum Thema.