Der Fehltritt des Gelehrten

Die “Pest von Emmaus“ und ihre theologischen Nachspiele


1. Auflage, 2001
453 Seiten

ISBN: 978-3-8253-1200-8
Sortiment: Buch
Ausgabe: Leinen
Fachgebiet: Theologie
Reihe: Supplemente zu den Schriften der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse, Band: 13
lieferbar: 10.09.2001

Schlagwörter: Pest, Emmaus /Religion


Der im Lukasevangelium genannte palästinensische Ort Emmaus ist in frühislamischer Zeit Ausgangspunkt einer Seuche geworden, welche den Vormarsch der arabischen Eroberer für kurze Zeit unterbrach. Aus muslimischer Sicht waren die Feldzüge gegen die Byzantiner Bestandteil des Dschihad und insofern gottgewollt; wenn also Gott selber ihnen ein Hindernis in den Weg legte, bedurfte dies einer theologischen Erklärung. Man versuchte dem Tod an der Seuche einen Sinn zu geben, indem man ihn mit dem Tod in der Schlacht gleichsetzte. Bald fragte man sich auch, ob der Glaube, um dessentwillen die Mudschahidun den Tod hinnahmen, ausreichte, um das Heil zu gewinnen; man stellte fest, dass manche frühe Gelehrte hier einen theologischen "Fehltritt" getan hatten.

Die Abhandlung untersucht das Aufkommen dieser Deutungsmuster und verfolgt ihr Weiterwirken bis in jüngste Zeit.