Begriff und Phänomen des „Fundamentalismus“ – eines der dominierenden Themen der öffentlichen Diskussion in unserer Zeit – werden trotz aller Klärungsversuche in Presse, Funk und Fernsehen immer noch viel zu eng und einseitig auf den heutigen islamischen Fundamentalismus bezogen. Das Bedürfnis, nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ein neues Feindbild zu konstruieren – es sei nur auf Huntingtons Bestseller „Kampf der Kulturen“ verwiesen –, verdeckt den Blick darauf, dass der Fundamentalismus im Kern auf der wechselseitigen Instrumentalisierung von Religion und Politik beruht. Derartige Strategien lassen sich nun in vielerlei Varianten innerhalb und außerhalb des Islam, in der Vergangenheit wie in der Gegenwart beobachten. Die Vortragsreihe des Studium generale der Universität Heidelberg im Wintersemester 2006/2007 hatte zum Ziel, unter dem Rahmenthema „Streit der Kulturen“ den Zuhörern ein solch differenzierteres Verständnis des Fundamentalismus zu vermitteln.