Zwischen Geschwistern und Geschwisterlichkeit

Giovanni Verga und Robert Walser: Vom Umschlagen des Genealogischen in die Horizontale um 1900


1. Auflage, 2016
302 Seiten

ISBN: 978-3-8253-7583-6
Sortiment: E-Book
Ausgabe: PDF
Fachgebiet: Romanistik
Reihe: Studia Romanica, Band: 198
lieferbar: 15.03.2016

Schlagwörter: Verga, Giovanni, Walser, Robert, Zola, Émile, Simmel, Georg, Literarische Moderne, Psychoanalyse, Fin de Siècle, Freundschaft, Verwandtschaft, Geschwister, Freundschaftskonzeptionen, Jahrhundertwende 1900, Diskursanalyse


Ein Denken in Kategorien von Abstammung und Patriarchat begleitet unsere westliche Kultur seit der Antike. Einen weiteren Akzent in diese Richtung erhält es um die Jahrhundertwende durch die Freud’sche Psychoanalyse, wobei es mit dem Ödipuskomplex zugleich im Inneren der Kernfamilie anlangt. Dementgegen wird mit der vorliegenden Studie der bisher weitgehend verdeckte Blick in das Gelände jenseits der genealogisch-vertikalen Verzweigungen geworfen.

Diese sogenannte horizontale Beziehungsdimension wird dabei sowohl in systematischer als auch in kulturhistorischer Perspektive erkundet. Ihr Radius berührt neben der kollateralen Verwandtschaft (Geschwister, Cousins) Konzepte von Freundschaft, die Figur des Fremden sowie unterschiedliche Vorstellungen von Nation. Anhand der Autoren Giovanni Verga und Robert Walser wird die Virulenz horizontaler Beziehungen für Phänomene um das Jahr 1900 am Übergang von euphorisierenden Brüderlichkeitsdiskursen zur modernen Massengesellschaft nachgezeichnet.

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Konrad Harrer in: Germanistik, Bd. 59 (2018), Heft 1-2, 362f [3220]