Für uns kein Ausweg

Jüdische Kinder und Jugendliche in ihren Schrift- und Bildzeugnissen aus der Zeit der Shoa


1. Edition, 2004
228 Pages

ISBN: 978-3-8253-1566-5
Product: Book
Edition: Softcover
Subject: Judaica
Series: Probleme der Dichtung. Studien zur deutschen Literaturgeschichte, Volume No.: 32
Available: 16.03.2004

Keywords: Polen, Judenvernichtung, Erleben, Kind, Quelle, Judentum, Trauma, Ghetto, Kindertagebücher, jüdische Jugendliteratur, Shoa


Jerzy Feliks Urman war elf Jahre alt, als er die Zyankali-Kapsel zerbiß, die er im Mund hatte. Seine Henker, die den Jungen an diesem 13.11.1943 in dem ostgalizischen Städtchen Drohobycz aufgestöbert hatten, waren durch den Selbstmord dermaßen verwirrt, dass sie verschwanden, ohne zumindest Jerzys Eltern mitzunehmen. Die haben ihr Kind begraben, nachdem sie ihm nachts im Hof heimlich ein Grab gescharrt hatten, mit Essbesteck.

18 Tage vor seinem Tod hat Jerzy damit begonnen, Tagebuch zu schreiben. An Tagen, an denen er nicht weiß, was er aufschreiben soll, notiert er, wie das Wetter ist, und ein paarmal steht da einfach nur: Die Katze miaute.

In ihren verstörenden Hinterlassenschaften errichten die jüdischen Kinder inmitten einer Welt, die für sie nicht mehr bewohnbar ist, einen sinn- und kontinuitätsstiftenden Diskurs, dessen psychologische, ethische, ästhetische und kulturspezifische Strukturen in der vorliegenden Studie in subtilen, vielfältig verzweigten Analysen freigelegt werden.

Bisherige Forschungsschwerpunkte der Autorin:
Eine musikpädagogische. Veröffentlichung unter Rieder, Barbara: Harmonielehre f. Kinder