Literarische Dürer-Mythen zwischen Frühromantik und Dürerjubiläum 1828

Theorie – Geschichte – Erzählanalysen (Wackenroder, Tieck, Hoffmann, Fouqué, Weise, Hagen)



Diese Studie setzt neue Impulse, indem sie Dürer als ein historisch variables kulturelles Konstrukt betrachtet. Die mehr als 500 Jahre umfassende Rezeption Albrecht Dürers in der Literatur wird hier zum ersten Mal erschlossen und vor dem Hintergrund der Wirkungsgeschichte des Künstlers eingehend analysiert. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich durch die Verschmelzung von historischen Fakten und kulturell generierten Vorstellungen über Dürer literarische Mythen herausgebildet und welche Prozesse diese im kulturellen Gedächtnis verankert haben.

Detailinterpretationen kanonisierter Texte wie auch populärer Unterhaltungsliteratur aus der Schlüsselzeit um 1800 zeigen die Vielschichtigkeit und Pluralität der Dürer-Mythen und ihrer Funktionen jenseits romantischer Mittelalterklischees auf. So ist die Arbeit sowohl als monographische Studie zu wichtigen Einzeltexten als auch als eine Art Handbuch der literarischen Dürer-Rezeption zu lesen und liefert einen Beitrag zur Theoriebildung und Methodik der Rezeptionsforschung.