Die Idee eines Archivs der vergessenen Bücher dient als Ausgangspunkt für den vorliegenden Band, der die Aufmerksamkeit auf verschiedene literarische und mediale Objekte des Vergessens lenkt, um unterschiedliche Prozesse der Ausgrenzung, Wiederentdeckung und Restituierung zu beleuchten. Es geht darum, die Archivmetapher in ihrer spezifischen Ambivalenz produktiv zu machen, um die literarischen Gegenstände in ihrer materiellen Konkretheit sowie daran anschließende kulturelle Prozesse zu erfassen. Die Publikation, Zirkulation und Überlieferung der Werke unterliegen Inklusions- und Exklusionsmechanismen, die sich durch eine Betrachtung der kulturhistorischen Rahmenbedingungen eruieren lassen. Bei der Formierung eines Archivs sind geregelte Vorgänge der Aufnahme und gleichzeitigen Abgrenzung gegenüber einer externen Umgebung wirksam.

Die Beiträge widmen sich den vergessenen Werken weniger aus einem nostalgischen Impuls als vielmehr mit dem Ziel, Zusammenhänge und Ursachen zu analysieren, die zu unterbrochenen Rezeptionsgeschichten bzw. Verdrängungen geführt sowie Wiederentdeckungen angeregt haben.

 
 
 

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