Freiräume des Anderserzählens im ‚Lanzelet‘


28,00 € *

1. Auflage, 2013
125 Seiten

ISBN: 978-3-8253-6224-9
Sortiment: Buch
Ausgabe: Gebunden
Fachgebiet: Germanistik
Reihe: Beihefte zum Euphorion, Band: 73
lieferbar: 19.09.2013

Schlagwörter: Intertextualität, Komik, Lancelot, Chrétien de Troyes, Mediävistik, Zatzikhoven, Ulrich von, Lanzelet, Wiedererzählen, Frauenfiguren, Quellenberufungen


Während Worstbrock das ‚Wiedererzählen‘ als „fundamentale allgemeinste Kategorie“ beschreibt, wird oft ‚anderserzählt‘: Etwa bei Ulrich von Zatzikhoven. Andernorts wird die Seriosität von Quellenberufungen durch seriöses Erzählen gestützt; der ‚Lanzelet‘ setzt dagegen auf Komik: Indem Quellenberufungen selbst komisiert werden, stehen sie nicht mehr im Dienst einer verbürgenden Autorisierung der Stoffherkunft.

Eingehend analysiert wird Ade („Adieu“), die zweite Freundin Lanzelets, die nur temporär im Roman existiert. Mit der Ade-Handlung wird das Ausstellen von Fiktionalität und von metanarrativen Elementen forciert. Am Ende der Ade-Handlung schreibt Ulrich: „Von Ade wird Euch nun kein einziges Wort mehr gesagt.“ Damit verweist er darauf, dass er auch die ‚materia‘ kontrolliert: Er kann Figuren erschaffen und tilgen. Der Typus der Lebensabschnittsbegleiterin fungiert als ein Freibrief für narrative Experimente, u.a. wird eine Überschreitung von Rollenbeschränkungen für Frauenfiguren ermöglicht.

 
 
 

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